Pädagogik

Kluft an die Luft – oder wozu Uniform?

Die Bedeutung der Kluft ist eigentlich einfach zu erklären. Wie wir schon gehört haben, waren die ersten Boy Scouts Jugendliche aus allen Schichten. Um äußerlich aber keinen Unterschied erkennen zu lassen trugen sie alle das gleiche Hemd, damals auch noch Hose und Hut. Das war der Hauptzweck, ein weiterer Grund für die Kluft war das Zusammengehörigkeitsgefühl und das nach außen erkennbar sein. Auf der Kluft war damals auch schon die Lilie. Die Lilie gilt als Sinnbild der Reinheit und sie hat die Form der damals verwendeten Kompassnadel außerdem hat sie drei Blätter, die an die drei Grundsätze erinnern sollen.

  • Verpflichtung gegenüber Gott
  • Verpflichtung gegenüber anderen
  • Verpflichtung gegenüber sich selbst

An diese drei Grundsätze wird auch noch mal beim Pfadfindergruß erinnert. Die drei aufrechten Finger stehen für die Grundsätze. Der Daumen liegt über dem kleinen Finger, das heißt, der Große beschützt den Kleinen. Man gibt sich die linke Hand, wobei in Europa und einigen anderen Ländern der kleine Finger abgespreizt wird, so das ein festerer Griff entsteht.

Pfadfinderbegriffe kurz vorgestellt

Das Versprechen soll etwas besonderes sein, die Jugendlichen sollen sich mit dem Pfadfindertum und den Pfadfindergesetzen auseinandersetzen. Das Versprechen soll sie an ihre Vorsätze erinnern und sie auch verpflichten sie einzuhalten.

Den Wahlspruch, den Baden Powell für alle Pfadfinder formuliert hat heißt „Allzeit bereit“. Das bedeutet: Sorge als Pfadfinder dafür jederzeit geistig und körperlich gesund und bereit zu sein, im Rahmen deiner Möglichkeiten die Pflicht zu tun und nach den Pfadfindergesetzen zu handeln.

Die gute Tat ist nicht einfach eine Aktion, die jeden Tag abgerissen werden muß. Sie soll sensibel machen, für die Not und das Elend in der Welt. Sie soll dazu führen, das die Hilfsbereitschaft zur selbstverständlichen Gewohnheit wird.

Die pfadfinderischen Methoden

Die Pfadfindermethode ist ein System fortschreitender Selbsterziehung mit folgenden vier Punkten:

  1. Du legst das Versprechen ab, nach dem Pfadfinderwahlspruch und den Pfadfindergesetzen zu leben.
  2. Du „lernst durch tun“ learning by doing wurde von Baden Powell erfunden.
  3. Du bist Mitglied einer kleinen Gruppe in der Du folgendes lernen sollst: Selbständigkeit, Charakterfestigkeit, Verantwortungsbewußtsein, Selbstvertrauen und Zuverlässigkeit, außerdem die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Führung.
  4. Die Pfadfindermethode bietet Dir ein fortschrittliches und interessantes Programm verschiedenartiger Tätigkeiten: Spiele, sportliche Wettkämpfe, sinnvolle Handfertigkeiten, Dienste im Gemeinwesen und so weiter. Dieses Programm soll im engen Kontakt mit der Natur und der Umwelt abgewickelt werden.

Die Pfadfindergesetze

Wir haben jetzt schon öfter etwas vom Pfadfindergesetz gehört, ich möchte es an dieser Stelle einmal nennen:

Als Pfadfinderin / Als Pfadfinder…

  • … begegne ich allen Menschen mit Respekt und habe alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder als Geschwister.
  • … gehe ich zuversichtlich und mit wachen Augen durch die Welt.
  • … bin ich höflich und helfe da, wo es notwendig ist.
  • … mache ich nichts halb und gebe auch in Schwierigkeiten nicht auf.
  • … entwickle ich eine eigene Meinung und stehe für diese ein.
  • … sage ich, was ich denke, und tue, was ich sage.
  • … lebe ich einfach und umweltbewusst.
  • … stehe ich zu meiner Herkunft und zu meinem Glauben.

Zusammengefasst kann man sagen, das Baden Powell bei der Erziehung sehr viel Wert auf Selbständigkeit, auf freiwilligen Gehorsam, auf Hilfsbereitschaft und auf die nähe zur Natur gelegt hat. Die Jugendlichen sollten spielerisch lernen. Learning by doing.

(Auszug aus dem Referat von Andreas Fischer)